Ein Scrum-Team in Aktion | Kim kocht in Wien | Genuss in Perfektion

— Abends, 18:00, Bei Kim kocht in Wien — Schon am Eingang sieht man Menschen, die sich in dem rot-braunen Restaurant von “Kim kocht”, gemütlich unterhalten. Man nimmt uns freundlich aber bestimmt die Mäntel ab und wir werden im hinteren Teil des Lokals an einen schön gedeckten Tisch geführt. Ich kann durch die Glasscheibe die Küche sehen. Insgesamt 8 Personen rotieren um uns herum. Ständig wird Wasser nachgefüllt, das Besteck sofort ausgewechselt, alle Abläufe sind bis ins Kleinste einstudiert. Offensichtlich hat jeder klare Verantwortungsbereiche, doch jeder füllt Wasser nach, oder kümmert sich um die Gäste.

Der Product Owner dieses Restaurants ist Kim. Sie hat ein sehr erfolgreiches Restaurant in Wien, das mittlerweile weit über die Grenzen Österreichs bekannt ist, geschaffen. Ihr Team ist eingespielt. Ich sehe kleine, kurze Abstimmungen zwischen den Teammitgliedern, diese Beschränken sich auf Blicke oder Mitteilungen, dass wir noch etwas Wein möchten.

Jeder Gang wird nett erklärt, unaufdringlich, doch sehr exakt. Alles muss hier perfekt sein. Das merken wir deutlich. Es gibt keine Unachtsamkeiten, es gibt keinen Raum für Fehler. Das spürt man jede Sekunde. Ich nehme es als hektisch war. Aber das ist meine eigene Hektik, die ich sehe. Ich bin nicht rund, und analysiere zu viel, als dass ich es genießen würde. — mein Fehler. Mit dem kunstvollen Sprint, den wir hier gerade erleben, hat meine Hektik nichts zu tun.

Das Team liefert. Kim kocht, sie ist der Chef-Ingenieur, der Chef-Chirurg, um den herum alles abgestimmt ist. Sie kümmert sich kurz, zu Anfang um die Gäste, den Enduser, bespricht, was jeder Gast möchte, hat sogar einen Test zu Anfang, bei dem sie abstimmt, ob ein Gast Koriander möchte, oder ob die Schärfe so ok ist. (Hier stimmt sie offensichtlich die Akzeptanzkriterien ab.) Dann kocht sie, und das Team versorgt alles andere: Wein, Wasser, Brot am Tisch, Zuarbeit beim Kochen, spülen … es ist absoluter Wahnsinn, das zu beobachten.

Dann Review – wir bekommen jeden Gang. Am Schluss eine kurze Retrospektive, ein kurzer Plausch. Petra fragt, wie Kim auf ihre Ideen kommt: Ich bin gefesselt. Sie erzählt, in ihr beginnt ein innerer Drang zu einem neuen Rezept. Dann beginnt sie in sich hineinzuhören, geht zu Austellungen, geht ins Museum und lässt sich  inspirieren. Die Vorstellungen beginnt zu reifen und dann wird es gekocht. Der kreative Prozess — und das ist so faszinierend — findet neben dem eigentlichen Sprint statt. Jeden Abend kocht Kim 2x: von 18:00 bis 20:00 und von 20:00 bis 22:00. Das sind zwei Sprints mit einer klaren Vorgabe: Der Gast muss das Lokal zufrieden verlassen.

Wir waren zufrieden und sind gut gelaunt durch die Straßen von Wien nach Hause gelaufen.

One response to “Ein Scrum-Team in Aktion | Kim kocht in Wien | Genuss in Perfektion

  1. hmm – da hast Du aber ein interessantes Beispiel gewählt. Gerade in der profesionellen Küche geht es sehr hierarchisch und notfalls auch mit Befehlston zu. Jeder hat ein ganz klar zugewießene Rolle und es gibt oftmals einen sehr dominierenden Chef. Das mag irgendwie nicht so recht zu der Teamphilosophie von Scrum passen, oder?
    😉

    Grüße Heiko

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