Lasst uns endlich die Tasks abschaffen!

Stefan Rock hat einen interessanten Artikel über das Schätzen von Tasks veröffentlicht. In diesem berichtet er, wie sein Team versucht möglichst mit gleich großen Tasks zu arbeiten:

Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Tasks nicht nur möglichst klein sondern auch möglichst gleich groß zu halten. Wenn alle Tasks gleich groß sind, muss man Aufwände nicht mehr zusammenrechnen, sondern muss nur noch Tasks zählen. Und wenn man irgendwo mal umplanen muss, ist das auch ganz einfach: Einen Task weghängen und einen neuen dafür dazu hängen. Die Vorteile sind in der Praxis deutlich spürbar.

Ich versuche mal zu erklären, warum dieser Ansatz in meinen Augen in die falsche Richtung führt.

Worum geht es in Wahrheit?

“Wir wollen wissen, ob wir zu wenig, genug, oder zu viel Arbeit für einen Sprint “committen.”

Wirklich? Interessiert es tatsächlich, ob wir zuviel oder zuwenig Arbeit verrichten? Nein! Alles, was zählt ist, ob wir liefern, was wir versprochen haben.

In einem Sprint geht es nicht darum, den Plan einzuhalten. Es gibt gar keinen. Es gibt die grundsätzlichen Überlegungen, was zu tun ist. Wir müssen erkennen, ob wir einen Server bestellen müssen, wir müssen wissen, ob Tobias etwas tun muss, damit Stacia etwas fertig stellen kann. Aber das ist es auch schon.

Plant man die Spielzüge in einem Fußballspiel? Berechnet man die Zeiten, die notwendig sind? Wir spielten in den letzten 3 Jahren bestimmt 100 Mal das Velocity Game – niemand beginnt die Zeiten zu schätzen, die man benötigt die Ballons aufzublasen. Doch die Teams wissen nach 2 Iterationen genau was sie schaffen können und was nicht.

Task mit Normgrösse, Tasks mit halber Normgrösse, all dass führt in die falsche Richtung.

Was wir Scrum Trainer mit der Idee der “Eintages-Tasks” erreichen wollten war TRANSPARENZ nicht Kontrolle oder der Versuch zu wissen, ob wir richtig geschätzt hatten.

Transparenz war das Ziel. Es ging um das frühzeitige Erkennen von Impediments. Deshalb war es wichtig einen Mechanismus zu schaffen, der durch das Nichtbewegen von Taskzetteln sofort auf ein Problem hinwieß. Es ging nicht darum zu wissen, ob wir den Sprint schaffen.

Victor und ich hatten schon 2005 erkannt: Die Sprint Burn Downs sind vollkommen aussagelos. ScrumWorks zeigt daher auch den wahren Fortschritt basierend auf den Stories, die geliefert wurden.

Der Versuch, die Task am Anfang zu definieren führt nur zu einer Sache: Die Fixierung auf die Tasks. Aber was, wenn ich während des Sprints 20 neue Aufgaben entdecke? Jetzt kann ich nicht mehr liefern? Vollkommen falsch.

Lasst und aufhören in Aufgaben zu denken. Das Resultat des Sprint Planning 2 sind nicht die Tasks, sondern die klare Kenntnis darüber, wie wir bauen wollen, was wir zu liefern haben: Design, Architektur, Impediments, Abhängigkeiten.

Das Schätzen von Aufgaben ist in kreativen Arbeitsprozessen sinnlos.

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